Hogenhouck M&A auf Consultancy.nl zum Thema Konsolidierung im MSP-Markt

Consultancy.nl sprach mit Rik Stikkelbroeck, Gründungspartner bei Hogenhouck M&A, über die anhaltende Konsolidierung auf dem Markt für Managed-Services-Anbieter. In dem Interview geht er auf die Rolle der Skalierung, der Regulierung, von Private Equity und die Aussichten für 2026 ein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sie darauf hinweisen, dass die Konsolidierung im MSP-Sektor an Fahrt gewinnt. Wie sieht es denn nun damit aus?

„Das stimmt, dieser Trend ist im MSP-Sektor bereits seit Jahren zu beobachten. Die aufeinanderfolgenden Phasen der Konsolidierung verlaufen faktisch parallel zur weiteren Professionalisierung des Marktes. Gleichzeitig stellen wir fest, dass immer mehr Bereiche den Weg zu Managed Services finden, was diese Dynamik weiter verstärkt.“

„Der IT-Markt hat international eine enorme Entwicklung durchlaufen. Der Übergang zu Cloud-Lösungen hat sich in rasantem Tempo vollzogen. Die Niederlande sind für ihre hohe Akzeptanzrate bekannt, und Entwicklungen wie „verSaaSing“ und „Cloudifizierung“ haben diese Beschleunigung nur noch verstärkt.“

„Viele Unternehmen, die früher hardwareorientiert waren, haben ihr Geschäftsmodell erfolgreich angepasst: Sie bieten heute Dienstleistungen an und stützen sich auf wiederkehrende Einnahmequellen.“

Welche Faktoren sind ausschlaggebend für die Notwendigkeit einer Skalierung bei MSP-Anbietern?

„Die Gründe sind vielfältig. Einerseits gibt es die zunehmende Komplexität im Bereich der Technologie sowie der Gesetze und Vorschriften – man denke beispielsweise an Zertifizierungen und Vorschriften wieNIS2. Für kleinere MSPs wird es immer schwieriger, die erforderlichen Investitionen in Prozesse, Zertifizierungen und Sicherheitsmaßnahmen zu tragen. Diese Belastungen wiegen für kleinere Organisationen relativ schwerer als für größere Akteure.“

„Darüber hinaus spielen makroökonomische Entwicklungen eine Rolle. Große Technologieunternehmen wie Microsoft, Amazon Web Services, Cisco und Google übernehmen zunehmend die Führung innerhalb des Ökosystems, wodurch der Handlungsspielraum lokaler Anbieter nach und nach eingeschränkt wird.“

„Nehmen wir Microsoft als Beispiel: Das Unternehmen hat eine marktbeherrschende Stellung auf dem MSP-Markt in den Niederlanden und stellt immer strengere Anforderungen an seine Partner. So ist festgelegt, dass Partner einen Mindestumsatz von etwa 1 Million US-Dollar erzielen müssen, um ihren Status zu behalten. Innerhalb des Microsoft-Ökosystems führt dies natürlich zu einer Tendenz zur Skalierung im unteren Marktsegment.“

„Diese Faktoren haben insgesamt zu einer deutlichen Beschleunigung der Konsolidierungswelle geführt. Während im Jahr 2022 noch etwa fünf Übernahmen pro Quartal stattfanden, liegt dieses Tempo im Jahr 2026 mittlerweile bei etwa sechs Transaktionen pro Monat.“

Wie lässt sich das gestiegene Interesse von Finanzinvestoren an MSP-Parteien erklären?

„MSP-Unternehmen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen, eine starke Verankerung in den Betriebsabläufen ihrer Kunden – oft von geschäftskritischer Bedeutung – und eine relativ geringe Abwanderungsrate aus. Das macht diese Unternehmen besonders attraktiv als Übernahmeziel und positioniert sie als stabile Investition.“

„Darüber hinaus spielten makroökonomische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund eines schnell wachsenden IT-Sektors stieg die Nachfrage nach MSP-Dienstleistungen stark an. Gleichzeitig waren die Finanzierungsbedingungen lange Zeit sehr günstig, mit historisch niedrigen Zinssätzen und reichlich verfügbarem Kapital („Dry Powder“).“

„Dies hat dazu geführt, dass Investitionsplattformen wie Your.Cloud/Strikwerda, Techone/KKR, Hallo/Klar, Smizer/Riverdam, FutureProof/MKB Fonds, Yielder/Capital A und Esprit/Avedon relativ problemlos Finanzmittel beschaffen und aktiv in diesem Sektor investieren konnten.“

Bei Transaktionen liegt der Fokus oft auf objektiven Faktoren wie wiederkehrenden Umsätzen, Rentabilität und Wachstumspotenzial. Worauf sollten Käufer noch achten?

„Um sich ein umfassendes Bild vom Wert eines Unternehmens und der strategischen Übereinstimmung mit einem Käufer zu machen, sind auch weiche Faktoren von entscheidender Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise der Ruf auf dem Markt, die Qualität des Managements, der Name und die Positionierung des Unternehmens, die Solidität der Unternehmensführung, die Fachkompetenz der Mitarbeiter und die Unternehmenskultur.“ 

„Auch die Fähigkeit, auf Veränderungen am Markt zu reagieren, ist von entscheidender Bedeutung – im schnell wachsenden IT-Dienstleistungssektor ist Flexibilität eine Schlüsselkompetenz.“

Welche Erwartungen hast du für den MSP-Markt in den kommenden Jahren?

„Unsere jüngste Studie beiHogenhouck M&Azeigt, dass die Zahl der Übernahmen auf dem MSP-Markt voraussichtlichauch im Jahr 2026 hoch bleiben wird. Trotz geopolitischer Unsicherheiten steigt die Nachfrage nach Digitalisierung, Cloud-Lösungen und Cybersicherheit weiter an.“

„Unternehmen lagern ihr IT-Management immer häufiger an spezialisierte Anbieter aus. Dabei sind umfassende Entlastung, maximale Sicherheit und hohe Verfügbarkeit die wichtigsten Grundsätze.“

Welche Rolle spielt Hogenhouck M&A bei der Begleitung von MSP-Übernahmen?

„Bei Hogenhouck M&A arbeiten wir in erster Linie für Unternehmer. Wir vertreten die Interessen von MSP-Unternehmen, die sich einem größeren Branchenkollegen oder einer Private-Equity-Plattform anschließen. MSP ist eines der Kernfachgebiete unserer Kanzlei – mehr als 100 der Transaktionen, die wir seit unserer Gründung im Jahr 2007 begleitet haben, betrafen Managed-Services-Dienstleistungen.“

„Beispiele hierfür sind die ‚Buy-and-Build‘-Strategie der Infotheek-Gruppe – später CentralPoint – sowie die Begleitung von Transaktionen für Unternehmen wie Motion10, Wortell, DataByte, Extravar, OfficeGrip und Constant IT. Vor kurzem haben wir auch den Eigentümer von Duvak ICT begleitet.“

„Unsere Aufgabe ist es, Unternehmer von Anfang bis Ende zu beraten und ihnen alle Sorgen abzunehmen. Für viele Unternehmer ist der Abschluss eines Geschäfts ein einzigartiger Moment. Das erfordert nicht nur Fachwissen, Erfahrung und Marktkenntnis, sondern vor allem auch ein gutes Verständnis für die persönlichen Ziele des Unternehmers.“

„Die Zusammenarbeit und der gemeinsam durchlaufene Prozess stehen dabei im Mittelpunkt. Sich Zeit für Qualität nehmen und sorgfältig abwägen, wann und mit wem die richtigen Schritte unternommen werden, nicht auf die Ziellinie sprinten, sondern wirklich wohlüberlegte Entscheidungen treffen – all das ist unserer Ansicht nach entscheidend für eine erfolgreiche Transaktion.“

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