Setzt KI die Bewertungen von SaaS-Unternehmen unter Druck? Nicht überall. 

Larry Fink warnt davor, dass KI die nächste Krise für die neue Generation von Arbeitnehmern werden könnte. „KI verändert sich rasant, und wir passen uns nicht ausreichend an“, so der CEO von BlackRock, dem weltweit größten Vermögensverwalter. SaaS-Unternehmen gelten im M&A-Bereich bereits seit einigen Jahren alsder „heilige Gral“, wenn es um Mehrwert und hohe Bewertungen geht. Doch das scheint sich zu ändern. Oder trifft das nur teilweise zu? 

Aus der nachstehenden Grafik geht hervor, dass nach dem „Hype“ in den Jahren 2020–2021 das durchschnittliche Umsatzmultiplikator von SaaS-Unternehmen bei etwa dem 6- bis 7-fachen des Umsatzes lag. In den letzten Monaten ist jedoch ein Rückgang zu beobachten, der parallel zu den jüngsten Entwicklungen rund um OpenAI und Claude verläuft. Diese niedrigeren Bewertungen sind derzeit vor allem auf die Marktstimmung zurückzuführen. 

Was bedeutet das für Unternehmer?  

Als Hogenhouck M&A sprechen wir natürlich mit vielen Investoren und (Tech-)Unternehmern im Mittelstand. In dieser Frage herrscht große Unsicherheit. Der oben beschriebene Trend ist zwar allgemein gültig, doch letztendlich sind gerade die konkrete Anwendung und der Mehrwert in Ihrem Geschäftsmodell entscheidend und damit auch am interessantesten. Dass Stundenmodelle unter Druck stehen, ist jedoch klar. Insbesondere Standardaufgaben können immer häufiger von KI-Plattformen übernommen werden. Das beobachten auch wir in unserer täglichen Praxis als M&A-Berater. 

Gleichzeitig gibt es im Softwarebereich durchaus Chancen. Die Art der Anwendung und die zugrunde liegende Infrastruktur haben an Bedeutung gewonnen, wenn es darum geht, wie der Markt SaaS oder Ihr Unternehmen bewertet. Standardmäßige, nutzerbasierte Lösungen stehen tatsächlich unter Druck, insbesondere wenn sie vor allem UI-basiert sind. Die Chancen liegen vielmehr im Bereich der Komplexität. 

Was bedeutet das genau? Denken Sie beispielsweise an den Besitz von Basisdaten, über die viele Softwareanwendungen verfügen und die diese Anwendungen sehr wertvoll machen. Ein weiteres Beispiel ist die Fokussierung auf bestimmte Branchen oder Nischenmärkte, wie beispielsweise Logistiksoftware, wo zahlreiche Anbindungen an Spediteure und APIs für die Entwicklung entscheidend sind. Charakteristisch für solche Angebote ist zudem, dass sie mit komplexen Implementierungen und der damit verbundenen Kundenbindung einhergehen. 

Neben den Auswirkungen von KI auf reine SaaS-Anwendungen sehen wir gerade die Chancen für Softwareentwickler und andere IT-Dienstleister zunehmen. Dabei geht es jedoch darum, KI-Anwendungen als Angebot für den Markt zu nutzen. Wenn es Ihrem Unternehmen gelingt, diesen Schritt zu gehen und eine Partnerschaft mit KI einzugehen, liegt Ihnen die Welt nach wie vor zu Füßen. 

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